Es war sehr schön od. Welcome to the Jungle
Burt Viola, 18.7.2005
   Die B´s luden zum Geburtstag. Wir schmissen uns in Schale und machten uns frohen Mutes auf um ein bisschen dem Karaoke Singen zu frönen.
   Ankunft Kaiserstrasse. Der Abstieg in ein finsteres, teppichrotes Kellerlokal. Die sauerstofffreie Luft erfreute sogleich unsere Lungen, und die dezente Luft­tem­peratur von geschätzten 35 Graden, ließ die Schweißperlen waagrecht aus den Poren schießen.
  5 Minuten vergingen wie 5 Stunden und ich war meinem ersten Kotzanfall nahe. Da wurde doch glatt das gute Krügel Bier um fröhliche 5 € angeboten. Juhuu, da freut sich das sparsame Dagobert-Herz! Man einigt sich: ein 2 Liter Bierkrug um 16€ durch vier geteilt. Das macht Spaß!
   Eben jener wird herangeschafft. Ein schmucker Plastikkrug, serviert mit Gläsern in Fingerhutformat. Bruha, Bruha ein herzerfrischendes Lachen macht die Tischrunde. Man schenkt ein. Scheiße, sind die klein!
   Die Geburtstagskinder rücken endlich an. Sie werden mit einem sträflichen Blick gestraft. Der ältliche Hr. B. singt wie Elvis aus dem Elvis Fanclub Seyring-Süd. Ein Brüller! Da die Wirtsleute anscheinend bemerken was sie uns da für Frechheiten bieten, wird uns ein gratis Früchteteller kredenzt. Oben auf eine riesige gelbe Kakerlake, die sich später als Ananas herausstellt. Man wird sich nicht einig um die Erdbeeren mehr nach Knoblauch oder nach Extrawurst schmecken. Dieser schlechte Bestechungsversuch ist dann ja wohl misslungen. Die halten uns wohl für doof, diese Franzmänner, dieses fernöstlichen.
   Das nächste Desaster dreut herbei. Ein musikalisches Hiroshima. M. B. und Hr. B. vernichten „Pretty Women“. N. hingegen verzaubert uns mit „Griechischer Wein“ – man konnte förmlich den Sirtaki auf der Zunge schmecken und wir alle tanzten den Ouzo. Urlaubssehnsucht!
   Wieder Hr. B. wieder ein Klassiker, „Tears in heaven“. Hr. B. legt es geheimnisvoll an, er brummt den Text auf einer fast, vom menschlichen Ohr, nicht wahrnehmbaren Tonfrequenz.    Fr. B. und A. R. ziehen sich die Fransenlederjacken an und schlüpfen in geschmackvolle, weiße Cowboystiefel und vergehen sich an „Country Roads“.
   Das Begleitvideo von „Like a Virgin“ besticht durch Aufnahmen des Wetter­panoramas von englischen Reihenhaussiedlungen.
   Hr. und Fr. B. ein letztes Mal, „Up where we belong“. Ja eh ... nur warum werden wir da mithineingezogen, wir das leidende, und noch immer schwitzende, Publikum hat sich das wahrlich nicht verdient. Aufbruch? Man überlegt. Ein letzter Sangesbetrag hält uns ab. „You were always on my mind“ gesungen von ... wen kümmerts? Das Video beeindruckt mit 80er Jahre Strandschönheiten in grellfarbenen Kreppbikinis.
   Da das nun den Sauerstoff- und Schweißhaushalt komplett aus der Bahn wirft, wird aufgebrochen. Ein letzter Absacker im „StyleZ“ und der Abend kann als „Gelungen“ zu den Akten gelegt werden.
   Den lieben B´s im Nachhinein ein „Danke“ für den Abend, und, in meinem persönlichen Falle, ein „Danke“ an mein Herz, dass es trotz der Dschungel­atmosphäre nicht die Patschen gestreckt hat. Hurra, ich lebe noch! bv







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