Loungette: Keira Knightley
Markus, 13.2.2006
   Man lehnt sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass die blutjunge Ms. Knightley das Talen­tier­tes­te und Adretteste ist, was Groß­bri­tan­nien in den letzten zehn Jahren zum Thema Film so hervorgebracht hat. Was sie wollte dürfte sie schon sehr früh ge­wusst haben, soll sie doch bereits im unschuldigen Alter von drei Jahren ihren Daddy um einen eigenen Agenten an­ge­haut haben. Ein kleiner „Spring ins Feld“ also!
   Ihr späterer Erfolg gab ihrem früh­kind­lichen Ehrgeiz jedoch Recht. Nachdem sie mit 8 Jahren ihr Schauspiel-Dasein in der Öffentlichkeit im Rahmen britischer TV-Produktionen begann, wurde sie schließlich 1999 für die erste große Hollywood-Produktion gecastet. Und hier reden wir jetzt von einer wirklich, wirklich großen Produktion. Es fiel zwar keinem auf und selbst der Autor dieser Zeilen hatte bis vor kurzem davon keine Ahnung, aber Rehaugerl Keira hat doch tatsächlich in „Star Wars – Episode 1“ mitgespielt! Und dass nicht als siebenter Zwerg von links, sondern immerhin als Prinzessin Amidalas Doppel­gängerin, die in weiterer Folge irgendwann zur Mitte des Films abgemurkst wird. Bekommen hat sie diese Rolle im Übrigen angeblich deshalb, weil sie Haupt­dar­stellerin Natalie Portman zum Verwechseln ähnlich sehen soll. Hm, könn ma jetzt zwar so nicht unterschreiben, aber soll sein. Nun, da ihre Anwesenheit in dem ganzen FX-Quargel dieser Monsterproduktion ein wenig unter den Tisch fiel, war dies noch nicht die Initialzündung für ihre Hollywoodkarriere. Also wieder zurück nach England und in ein paar TV-Produktionen und dem mäßig erfolgreichen Teenie-Horrorstreifen „The Hole“ mitgewirkt. Dazu gibt es eine ebenso putzelige Episode (sic!) zu erzählen, ist sie in diesem Film doch ernsthaft nackerpatzig aufgetreten. Huibuh!
   Das hat zwar den (männlichen) Zuschauern gefallen, dem Jugendschutzgesetz aber eher weniger, war doch Fr. Knightley zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Film­chens gerade mal 15 Jahre alt. Na bumm! Aus diesem Grund kam der Streifen zur Sicherheit erst ein Jahr später in die Kinos. Da hat also entweder jemand mit dem Geburtsdatum geschummelt oder die Produzenten dieses Films haben sich durch besondere Blödheit hervor getan.
   Im Jahr 2002 ging es dann richtig zur Sache. Mit der englischen Girlie-Soccer-Komödie „Bend it like Beckham“ (dt. Verleihtitel sinniger Weise „Kick it like Beck­ham“) zog sie die Argusaugen hollywood`scher Talentescouts auf sich und die weibliche Hauptrolle in „Pirates of the Caribbean“ („Fluch der Karibik“) an Land. Tja und dieser extrabreite Disney-Output an der Seite von Johnny Depp und Orlando Bloom markierte ihren endgültigen internationalen Durchbruch. Das zu Recht, zählt dieses Movie doch zu den gelungeneren des Hauses Disney in den letzten Jahr­zehnten.
   Es folgten die englische Romantik-Komödie „Love, Actually“ (wers braucht), die Bruckheimer-Variante der Arthus-Sage „King Arthur“ (besser), der Psychothriller „The Jacket“ als Co-Star von Oscar-Gewinner Adrian Brody (schon ziemlich gut!) und die englische Literaturverfilmung „Pride and Prejudice“ (uargh!), mit der sie eine Nominierung für die beste weibliche Hauptrolle bei den heurigen Academy Awards einheimste.
   Unserer bescheidenen Meinung nach sollte jedoch das Tony Scott (u.a. "Top Gun", "True Romance")-Machwerk „Domino“ der bisherige Höhepunkt in ihrem filmischen Wirken werden. In dieser ebenso gewalttätigen wie optisch perfekt in Szene gesetzten Thriller-Biographie gibt das herzige Frl. Knightley die tatsächlich gelebt habende Schauspielertochter (Vater US-Schauspieler Laurence Harvey) und Kopfgeldjägerin Domino Harvey. Und das in einer Daherkommung, die einem schon bei Ansicht der Trailer die Kinnlade mit einem dicken Rumms nach unten knallen lässt. Aber holla die Waldfee!
   Überhaupt dürfte dieser Flick einer der geschmeidigeren Sorte sein, spielt doch die männliche Hauptrolle unser Lieblings-Schaschlik-Gesicht Mickey Rourke. Vom Feinsten folglich. Damit hat das begabte Keiralein also endgültig bewiesen, dass sie den Spagat zwischen angewärmten englischen Literaturverfilmungen, extrem Pop­corn-kompatiblem Blockbuster-Kino und postmodernen Gewaltepen drauf hat. Das nötigt uns gehörigen Respekt ab und der geht prompt raus an die Loungette des Monats Februar: Ms. Keira Knightley! mk




Keira Knightley:
geb. 26.3.1985
Teddington, UK

Links:
Website
IMDB
Wikipedia

Flickography:
(1999) Star Wars Episode I
(2001) The Hole
(2002) Kick it like Beckham
(2003) Pirates of the Caribbean
(2003) Love Actually
(2004) King Arthur
(2005) The Jacket
(2005) Pride & Prejudice
(2005) Domino
(2006) Dead Man's Chest
(2007) At World's End

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