Loungette: Rachael Leigh Cook
Markus, 10.7.2006
   Es ist schon komisch wie man mitunter zu einem Artikel inspiriert wird. Man sitzt vor dem Fernseher, surft latent unaus­ge­glichen durch die endlichen Weiten des hiesigen Kabel-TV-Angebots und bleibt schließlich, da es aber so was von über­haupt nixx Brauchbares im Fernsehen spielt, an ORF 1 hängen, weil einem dort gerade zwei hinreißende Kulleraugen entgegenblicken. „Ah, des is die“, denkt man sich, „na die…wie heißt`s jetzt gach, scheiße ... Rachael Leigh Cook!“ Und der Film aus dem sie da raus strahlt trägt den Namen „Eine wie keine“ und ist relativ eitrig. Ich mein, männliche Hauptrolle Freddie Prinze jr.! Den woll ma schon deshalb mit einem nassen Fetzen abwatschen, weil er mit Honeybunny Sarah Michelle Gellar verehelicht ist! Außerdem ist er schlicht der Epigone der ganz tief unten im Gedärm schmerzenden 90ies-Teenie-Romantik-Komödie. Hat fast ausschließlich nur Dreck produziert der Bub und ist darüber hinaus die schmähfreie Zone. Andere wurden schon für weniger gesteinigt. Aber um ihn geht`s jetzt eigentlich nicht, denn diese Rubrik heißt bekanntlich nicht Loungetterich des Monats, weil sowieso und überhaupt!
   Darüber hinaus würden wir uns in diesem Fall eher den Mickey „Schaschlikgesicht“ Rourke oder den Christopher „Hose über Bauchnabel“ Walken zur Brust nehmen. Genug davon. Rachael Leigh Cook also. Obwohl der Film wie eingangs erwähnt ziemlich übel rüber kommt, sieht man sich ihn wegen dem knusprigen Frl. Cook trotzdem zu Ende an und denkt sich schließlich: „Was wurde eigentlich aus der lieben Rachael?“ Da wir die Rubrik „Was wurde eigentlich aus?“ auf der LL (noch) nicht führen, muss man diese Thematik im Rahmen der „Loungette des Monats“ ab­handeln.
   Wirklich gut hat`s dereinst 1999 nach „Eine wie keine“ für das Rachael-Mausi ausgesehen, aber seit einigen Jährchen wurde es doch verdächtig still um das Zuckergoscherl aus Minneapolis. Wurde schon als der kommende neue weibliche Filmstar mit Hauptfach „Romantikkomödien“ gehandelt. Und hätte auch gepasst! Denn bei diesem Lächeln wird selbst dem abgebrühtesten Stahlkocher ganz romantisch zu Mute und er mutiert zum stotternden Vollkoffer. Aber leider! Kam doch irgendwie anders.
   Begonnen hat bei der Ms. Cook alles mit 11 Jahren. Da checkte sie nämlich bei einer Agentur ein und begann zu modeln. Ihr erster Job war ein Werbeauftrag für sog. „Scooby Snacks“. So nennt der Amerikaner ordinären Hundekuchen. Dabei dürfte das Rachaelchen derart mit Talent geprotzt haben, dass ihre Agentur begann sie mehr Richtung Film zu schieben. Mit der Zeit reifte in ihr daher der Entschluss Schauspielerin zu werden.
   15 jährig durfte sie im Kurzfilm „26 Summer Street“ debütieren, um gleich darauf im Movie „The Baby-Sitters Club“ aufzutreten, der deswegen erwähnt werden muss, weil der bei uns auf den erschütternden dt. Verleihtitel „Angriff der Schnuller­brigade“ hört. Also wirklich! Hätte schon damals sehr schnell, sehr bös enden können mit ihrer Karriere! Jedenfalls trieb sie sich noch weitere 4 Jahre im B-Segment der Gattung Teenager-Film herum, bis sie eben 1999 die Hauptrolle in „She`s all that“ („Eine wie keine“) erhaschte.
   Im Jahr darauf folgte das Sly Stallone-Pic „Get Carter“, kurz darauf der IT-Thriller „Antitrust“ („Startup“) an der Seite von Tim Robbins, Claire Floriani und Hrn. Reese Witherspoon aka Ryan Philippe. Beide Outputs zwei gelungene Unterhaltungsfilme abseits des ausgelutschten Teenie-Genres. Man durfte also hoffen. 2001 drehte sie außerdem noch die Band-Casting-Verarsche „Josie and the Pussycats“ bei der ihr Parade-Dumpfnuss Tara Reid, das lebende Aphrodisiakum Rosario Dawson (u.a. „Welcome to the Jungle“, „Sin City“) und der große Seth Green (u.a. „Idle Hands“, „Austin Powers“) adjutieren durften. Gar nicht mal so unlustig das, schmerzfreie Unterhaltung für den Sonntagnachmittag. Ab da lief es jedoch gewaltig aus dem Ruder, aus welchen Gründen auch immer. Gebucht wurde sie fortan nur mehr für Nebenrollen und/oder Filme die direkt von der Post-Production in die DVD-Pressung wanderten, sprich nie im Kino liefen.
   In letzter Zeit ist es sogar schon so weit, dass die Ms. Cook mehr in Synchron­studios werkelt als auf Filmsets, um ihre Stimme diversen animierten Figuren zu leihen wie z.B. für „Final Fantasy Part Wasweißichwieviel“. Traurig, traurig! Letztes ernstzunehmendes Lebenszeichen war schließlich eine Gastrolle in 5 Episoden der Gambler-Serie „Las Vegas“, die 2005 abgedreht wurden, bei uns folglich noch nicht liefen. Hm, um da jetzt mal aus „Top Gun“ zu zitieren: „Es sieht nicht gut aus!“ Wir sind aber ungebrochen optimistisch, denn das Rachael-Baby ist ja noch keine 27 Jahre alt und der karrieretechnische U-Turn daher durchaus noch drin. Übermäßigen Respekt nötigt uns das was sie in den letzten 5 Jahre fabriziert hat zwar nicht ab, aber weil sie halt gar so ein Herzipinki ist und wir nach wie vor ganz fest an sie glauben, die Loungette des Monats Juli: Ms. Rachael Leigh Cook mk










Rachael Leigh Cook:
geb. 4.10.1979,
Minneapolis, Minnesota

Links:
Website
IMDB
Wikipedia

Flickography:
(1998) All I wanna do
(1999) She's all that
(2000) Get Carter
(2001) Antitrust
(2001) Josie & the Pussycats
(2003) 11:14

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