Stinkefinger: Hannes Eder
W-Bär, 5.1.2004
   Es gab einmal Zeiten da hab ich mir noch 'dacht Heast, der Hannes Eder is' ein Lustiger! Hat er doch schon so manches Starmania-Untalent verbal so schön zur Sau gemacht. Aber so im Nachhinein betrachtet hätt' mich seine berufliche Laufbahn schon stutzig machen müssen. Zuerst ideologischer FM4-Programm­häuptling und dann Nachfolger von Dodo-Bruder Bogdan Roscic als Ober­motz bei Universal Österreich. Zuerst pseudointellektuell dahinwurschteln, die ganze Elektronikscheiße hochloben und gegen den musikalischen Pop-Mainstream herziehen und dann des schnöden Mammons wegen alles verraten wofür man vorgab zu stehen und zum obersten selbst ernannten Feind wechseln. Na Bravo! Wär mir ja eigentlich eh wurscht, der Eder! Hätt' er nicht im letzten Profil so einen Topfen von sich gegeben! Jetzt hat er bei mir nämlich wie's so schön heißt ausgeschissen!
  Es is' ja a'so: als Mensch der nach den drei Geboten 1. Platten 2. Bücher 3. Filme lebt, kommt man ja nicht umhin für eben solchiges eine Menge Schotter auszugeben. Das Hirn will mit neuen G'schichtln gefüttert werden, die Ohren schreien nach Rock'n'Roll und die DVD-Sammlung will schließlich auch größer werden! Nun ist es ja so, dass es in Österreich eine Buchpreisbindung gibt. Heißt also: Kaufst ein Taschenbuch, kannst damit rechnen, dass'd nicht unbedingt viel mehr als ca. EUR 8,00 dafür hinblättern musst. Find ich ok, ist meiner Meinung nach ein adäquater Preis. Bei DVDs schaut's ja schon ein bis'l anders aus. Neu­er­scheinungen gibt's da durchaus auch schon einmal um schoarfe EUR 30,00 (umgerechnet über 400 alpenländische Dollar!!!) und soviel Bonusmaterial kann da gar nicht d'rauf sein, dass so ein Preis gerechtfertigt wäre. Als DVD-Kaufprofi, der ich mittlerweile nun einmal einer bin, weiß ich allerdings, dass der Preis einer DVD nach ein paar Monaten bereits ganz schön runter geht. Und wer's nicht ganz so eilig hat kauft Filme (mit ein paar Ausnahmen vielleicht) grundsätzlich um EUR 9,90. Find ich auch noch ganz ok!
   Ganz anders schaut's da allerdings bei CDs aus. Als Musik-Junkie und ex-Vinyl-Verfechter ("ex" deshalb, weil's mittlerweile einfach kein Angebot mehr gibt und man zugegebenermaßen mit'm Alter auch ein wenig fauler wird ...) weiß man natürlich so eine Original-CD mit Booklet und allem drum und drann durchaus zu schätzen. Jetzt ist es natürlich auch so, dass man sich seit einigen Jahren sämtliche Neu­er­scheinungen, bequem und ohne viel Aufwand (meistens bevor sie überhaupt noch am Markt sind), aus dem Internet saugen kann. Ein Umstand, der vor allem die RIAA (Recording Industry Association of America) in letzter Zeit ein wenig unrund macht. Ich möcht ja eigentlich gar nicht näher auf den Quargl eingehen. Was mir jetzt aber wirklich die Unterflötzn auszieht, ist ein Kommentar des guten Herrn Eder, der im letzten Profil folgendes von sich gab: "Ich würde mir wünschen, dass die User von sich aus verstehen, dass das illegale Herunterladen von Musik kein Spaß ist. Allerdings bezweifle ich, dass das so problemlos funktioniert. Es geht um die Frage, ob ich als Konsument bereit bin, für den Output eines Künstlers, den ich verehre, den Gegenwert von zwei Bieren im Lokal zu zahlen."
   Lieber Herr Eder! Ein Bier kostet heutzutage in einem Lokal ca. EUR 3,50. Zwei Biere kosten selbst bei Berücksichtigung der Inflationsrate, die zwischen dem Genuss zweier Biere zum Tragen kommt immer noch nur EUR 7,00. Fallt uns was auf? Nein? EUR 7,00 das wär umgerechnet in unserer alten Währung ungefähr ein Grüner gewesen! Eine CD kostet wiederum im Schnitt EUR 16,00 - und das sind umgerechnet ATS 220,00 vulgo zwei Grüne und ein paar Zerquetschte; mehr als doppelt so viel. Und bei CDs ist es im Gegensatz zur DVD auch so, dass es einige Jährchen dauert, bis der Preis erwähnenswert runter geht. Kopfrechnen ist wohl keine Voraussetzung für den Job eines Plattenlabel-Bosses. Schlage vor wir richten dem Herrn Eder ein Spendenkonto ein. Vielleicht könn'ma soviel Kohle zusammen­bringen, dass wir ihm zumindest einen Taschenrechner zur Verfügung stellen können. Abgesehen davon: wäre der Preis für eine CD nämlich tatsächlich der Gegenwert von zwei Bieren im Lokal (und ich geh jetzt einfach einmal davon aus, dass er ein österreichisches Lokal gemeint hat und ned dauernd in Skandinavien sauft, wo man für Alkohol bekanntlich um einiges mehr löhnen muss; und vom Saufen dürft' er ja was verstehen, denn wenn er nüchtern gewesen wäre, wär' ihm wohl aufgefallen was für einen Stuss er da von sich gibt!) dann hätte die CD endlich einen entsprechenden Preis und würde auch gekauft werden. So seh ich das!
   Aber das war ja noch nicht alles. Auf die Frage warum denn die CD im Vergleich zur guten alten Langspielplatte so teuer ist, obwohl die Vinyl-Scheiben in der Produktion deutlich teurer sind (bzw. waren), meinte Eder: "Auf einer CD sind doppelt so viele Songs enthalten wie auf einer Vinyl-Platte. Die Kosten des Marketings und des Vertriebs sind ebenfalls enorm. Außerdem haben die Künstler teilweise horrende Gagen."

Jetzt hab ich's aber gleich Dicke!

   1. Auf eine LP passen (abhängig u.a. von der Lautstärke der Stücke - je "lauter" der Überspiel-Pegel, desto tiefer, je mehr Bass desto breiter die Rillen) ca. 45 Minuten Audiogenuss. Jetzt behaupte ich einmal ganz unverfroren, dass 45 Minuten vollkommen ausreichen für ein Album. Warum unbedingt eine CD bis zum letzten Sektor vollpacken? In der Kürze liegt die Würze! Je länger eine CD dauert desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Qualitäts-Level nicht gehalten werden kann. Dann doch lieber ein paar Lückenbüßer gleich ganz weglassen!
   2. Die Kosten des Marketings und des Vertriebs sind ebenfalls enorm. Ah geh! Und bei den Vinyl-Platten damals war das natürlich überhaupt nicht so. Da hamma alle Flugzettel ausgeteilt und unseren Freunden davon erzählt!
   3. Die Künstler verlangen teilweise horrende Gagen! Na so was aber auch! Und Madonna und Michael Jackson haben ihre "künstlerischen" Ergüsse in den 80er Jahren für einen Frisör-Gutschein und ein paar Lockenwickler verscherbelt!
   Eigentlich hab ich dem jetzt eh nix mehr hinzuzufügen. Der Depp is' es mir einfach ned wert, dass ich mich da jetzt noch mehr aufreg. Fuck Hannes Eder! Ergebenst, W-Bär






Links:
Wikipedia
Universal Österreich

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