Stinkefinger: Sharon Osbourne
W-Bär, 3.3.2003
   Es war einmal vor langer Zeit: nachdem sich John Michael Osbourne, der zu­künf­tige Fürst der Finsternis, 1948 in Bür­ming­häm durch den Geburtskanal seiner Mutti gezwängt hatte war eines sofort klar: aus dem Buben wird einmal was werden. Nur was war noch nicht ganz klar. Dass mittlerweile tatsächlich etwas aus ihm geworden ist, kann man wohl schwer leugnen. Allerdings dürfte so manch einer mit dem Ergebnis ein klein wenig überfordert sein. Der Schreiber dieser Zeilen ist, ob des sich heute bietenden Anblicks des ehemaligen Fürsten der Finsternis nicht minder unrund. Stellt sich die Frage wie's überhaupt so weit kommen konnte!
   Wir schreiben die knarzigen 70er Jahre. Eine finstere, langzodate Band, die auf den schmücken­den Namen Black Sabbath hört, revolutioniert die etwas derbere Rockmusik und schenkt der Welt den Heavy Metal. Und das zu einer Zeit als Klein-Marilyn Manson, geistiger Nachfahre der Heavy Metal-Skandalschocker, noch eifrig in die Windeln scheißt und wenn überhaupt vielleicht grad einmal sein Kinder­mädchen schockiert. Es hagelt Auftrittsverbote, christliche Organisationen steigen auf die Barrikaden, Tauben wird der Kopf abgebissen, selbst vor Fledermäusen wird nicht halt gemacht und es wird gerockt wie Sau. Und urplötzlich ist der Ofen aus. Warum? Na ganz einfach: zu einer Zeit in der unser mittlerweile auf Ozzy hörender Protagonist noch gerade stehen kann und trotz des übermäßigen Drogenkonsums fähig ist sich einigermaßen verständlich zu artikulieren, heiratet der Sack seine jetzige Frau Sharon. Ein Riesendepp, der Osbourne! Ab dann ging's nämlich steil bergab. Dass sich Ozzy's motorische Fähigkeiten ab Mitte der 90er Jahre schön langsam verabschiedeten und es ihnen seine geistigen Kräfte gleich taten war zwar abzusehen und unabwendbar, aber jeder andere hätte den einstigen  Rock-Revo­luzzer in Anstand und Ruhe vor sich hin siechen lassen und ihn nicht von Auftritt zu Auftritt und noch viel schlimmer von Tour zu Tour gehetzt. Nein, sogar ein eigenes Metal-Festival ("Ozzfest"), das jährlich mit viel Wind durch die Staaten tourt, wurde zusammengeschustert.
   Aber das war ja noch nicht genug! Es muss auch noch eine Reality-Sitcom her, durch die der ehemalige Skandal-Metaller end­gültig jeglichen Respekt verliert und zum absoluten Lachobjekt mutiert. Schlimmer hätt's eigentlich gar nicht kommen können! Is' es aber! Nicht nur, dass der Mythos Ozzy Osbourne mittlerweile end­gültig den Bach runter ist und vom einstigen Heavy Metal-Gott nur noch ein jämmerliches, herumtapsendes, auf dem geistigen Niveau eines Kindergartenkindes dahinvegetierendes Häufchen Elend übrig geblieben ist, liegt selbiges seit kurzem endgültig auf der Intensivstation und ist zur Zeit nicht einmal mehr fähig seine berühmt-berüchtigten unverständlichen Sätze vor sich hin zu brabbeln. Und alles nur, weil Mrs. Sharon Osbourne, diese schiache Ausgeburt der Hölle zugelassen hat, dass Opa Osbourne mit seinen geistigen 123 Jahren noch auf ein Motorrad steigt. Absolute Spitzenklasse!
   Und nein, ER hätt's nicht besser wissen müssen! Nachdem sie ihn fast 20 Jahre lang gefüttert, ihm das Popscherl ausgewischt und vorgeschrieben hat was zu tun ist, kann sie wohl kaum von ihm verlangen, solche hirnverbrannten Aktionen zu unterlassen.Und deshalb gibt's hiermit eine Auszeichnung der ganz besonderen Art: für ihr Lebenswerk, der endgültigen und unwiderruflichen Vernichtung des Fürsten der Finsternis, gbt's den Stinkefinger der Woche! Ergebenst, Alex Rochus "Ossy" W-Bär







Links:
Sharon Osbourne
Ozzy Osbourne
MTV: The Osbournes

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